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Geschichte

Handball
Die Sektion Handball des SSV Bozen steht für über 50 Jahre Tradition, Teamgeist und Leidenschaft für den Handballsport.

Die Sektion Handball des SSV Bozen zählt zu den traditionsreichsten Handballvereinen Italiens. Bereits 1966 wurde Handball als Sektion innerhalb des SSV Bozen geführt – zu einer Zeit, in der der Handballsport in Italien noch ganz am Anfang stand.

Eine zentrale Rolle in den Anfängen spielte Heinz Gutweniger. Er gilt als einer der wichtigsten Wegbereiter des Handballs in Südtirol und Italien. Nach seinem Sportstudium in Rom, das er mit einer Diplomarbeit über den Handballsport abschloss, brachte er diesen Sport mit viel Einsatz nach Bozen. Die ersten Handballer waren ursprünglich Turner, die Handball zunächst als Aufwärm- und Ausgleichsspiel betrieben. Trainiert und gespielt wurde damals noch unter einfachen Bedingungen, unter anderem auf dem Schulhof der Don-Bosco-Schule.

1969 nahm der SSV Bozen erstmals an der höchsten italienischen Meisterschaft teil. In dieser frühen Phase gehörten die Weiß-Roten zu den Pionieren des italienischen Handballs und wurden beim italienischen Handballverband mit der Nummer 11 eingetragen.

In den 1970er-Jahren pendelte der SSV Bozen mehrmals zwischen erster und zweiter Liga. Der Verein entwickelte sich weiter, baute erste Jugendstrukturen auf und erhielt mit den Talferwiesen auch einen eigenen Platz. 1971 wurde erstmals eine Jugendmannschaft gegründet – ein wichtiger Schritt für die Nachwuchsarbeit der Sektion. Prägende Persönlichkeiten dieser Zeit waren neben Heinz Gutweniger auch Spieler wie Rudi Neuner, Helmut Runer und Hansi Dalvai. Auch Josef Widmann, Giovanni Podini und Hansjörg Klemera gehörten zu den frühen Talenten, die den Bozner Handball mitprägten. Mit Antoni Przybecki spielte zudem erstmals ein ausländischer Handballer eine ganze Saison im Dress des SSV Bozen.

Die 1980er-Jahre waren geprägt von sportlichen Herausforderungen, aber auch von wichtigen Entwicklungen. Unter Hansi Dalvai, der als Spieler und Trainer eine bedeutende Rolle einnahm, setzte der Verein stark auf junge Spieler. Mit der zunehmenden Hallenpflicht im italienischen Handball wechselte der SSV Bozen in verschiedene Sporthallen, bis die Gasteinerhalle schließlich zu einer wichtigen Heimstätte der Weiß-Roten wurde. Zu den prägenden Figuren und Publikumslieblingen dieser Zeit zählten Stefano Podini, Walter Amplatz, Josef Widmann und Vinko Zgaga.

In den 1990er-Jahren kämpfte der SSV Bozen immer wieder um die Rückkehr in die höchste Spielklasse. Mehrfach war der Aufstieg zum Greifen nah, doch die entscheidenden Spiele gingen knapp verloren. Eine wichtige Rolle spielte in dieser Phase Sebastian Eisenstecken, der den Verein sportlich mitprägte. Als herausragender Spieler dieser Jahre gilt Nenad Horvat, von dem viele junge einheimische Spieler profitieren konnten. Trotz schwieriger Jahre blieb der Verein seiner Linie treu und setzte weiterhin auf einheimische Spieler, Nachwuchsarbeit und den Zusammenhalt innerhalb der Sektion.

Auch in den 2000er-Jahren blieb der Weg zurück in die höchste Liga schwierig. Mit dem langjährigen Sportdirektor Sebastian Eisenstecken arbeitete der Verein weiter am Ziel, wieder in die Serie A zurückzukehren. Prägende Namen dieser Phase waren unter anderem Nenad Horvat, später auch Ljubo Flego, der schließlich den Weg zum lang ersehnten Aufstieg ebnete. Tragisch war der Tod von Trainer Miklos Kovacs, der bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Aus sportlicher Sicht ragten in dieser Zeit auch Spieler wie Fabio D’Onofrio und Christoph Steiner hervor.

Nach vielen Jahren in der zweiten Liga gelang 2010 schließlich die Rückkehr in die höchste italienische Spielklasse. Damit begann die erfolgreichste Zeit in der Geschichte des SSV Bozen Handball. Eine besondere Bedeutung hatten dabei Stefano Podini und Hansi Dalvai, die die Geschicke des Vereins übernahmen und den SSV Bozen in eine neue Erfolgsära führten.

In den 2010er-Jahren feierte der SSV Bozen seine größten sportlichen Erfolge. Die Weiß-Roten gewannen mehrere italienische Meistertitel, Pokalsiege und Supercups. Besonders bedeutend waren die Triple-Erfolge, bei denen Meisterschaft, Pokal und Supercup in einer Saison gewonnen wurden. Zu den prägenden Spielern dieser erfolgreichen Jahre gehörten unter anderem Vito Fovio, Pasquale Maione, Demis Radovcic und Mate Volarevic. Auch Lukas Waldner spielte als Kapitän eine wichtige Rolle. Bei allen großen Erfolgen dieser Ära waren Hannes Innerebner, Mario Sporcic, Dean Turkovic und Felipe Gaeta mit dabei. Als echtes Bozner Urgestein zählt auch Michael Pircher zu den wichtigsten Persönlichkeiten dieser Erfolgszeit.

In den 2020er-Jahren begann für den SSV Bozen Handball eine neue Phase. Mit Hannes Innerebner trat ein ehemaliger Spieler in eine wichtige Führungsrolle und übernahm die Aufgabe, den Umbruch einzuleiten, die Vereinsstruktur weiterzuentwickeln und besonders die Jugendarbeit weiter voranzutreiben.

Neben den Erfolgen der ersten Mannschaft blieb die Nachwuchsarbeit stets ein zentraler Bestandteil der Sektion. Kinder und Jugendliche sollen beim SSV Bozen nicht nur sportlich wachsen, sondern auch Teamgeist, Verantwortung, Fairness und Freude am Handball erleben.

Heute steht der SSV Bozen Handball für Tradition, Leidenschaft und Zukunft. Die Sektion verbindet mehr als 50 Jahre Vereinsgeschichte mit einer klaren Ausrichtung auf die nächste Generation. Vom ersten Training im Jugendbereich bis hin zum leistungsorientierten Handball bleibt das Ziel dasselbe: junge Menschen für diesen dynamischen Mannschaftssport zu begeistern und die Bozner Handballfamilie weiter wachsen zu lassen.